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Teil 2: Kann man Morbus Alzheimer vorbeugen?

Warum moderne Tests und Biomarker die Alzheimer-Diagnostik revolutionieren

Noch vor wenigen Jahren wurde die Alzheimer-Krankheit meist erst dann festgestellt, wenn sie bereits weit fortgeschritten war: Das Nachlassen der geistigen Kräfte war unübersehbar, Angehörige schlugen Alarm und die Bewältigung des Alltags fiel den Betroffenen sichtlich schwer.

Heute erleben wir in der Medizin einen echten Paradigmenwechsel. Unser vorrangiges Ziel lautet: Alzheimer so früh wie möglich erkennen – im Idealfall Jahre, bevor eine Demenz den Alltag einschränkt.

Warum ist dieser frühe Blick so entscheidend? Wir wissen heute, dass die biologischen Veränderungen im Gehirn oft schon 15 bis 20 Jahre vor den ersten spürbaren Beschwerden beginnen. Zudem stehen uns heute erstmals Therapien zur Verfügung, die den Krankheitsverlauf verlangsamen können – vorausgesetzt, sie kommen frühzeitig zum Einsatz. Kurz gesagt: Je früher wir Gewissheit haben, desto gezielter können wir helfen und gegensteuern.

Wann sollte man aufmerksam werden?
Nicht jede Vergesslichkeit ist gleich ein Anzeichen für Alzheimer. Wer kennt das nicht? Man verlegt den Autoschlüssel, der Name einer bekannten Persönlichkeit liegt einem auf der Zunge oder man steht im Zimmer und fragt sich: „Was wollte ich hier eigentlich?“

Solche Momente sind völlig normal. Auch ein gesundes, reiferes Gehirn arbeitet bisweilen etwas langsamer als mit zwanzig Jahren. Entscheidend ist daher nicht, dass wir hin und wieder etwas vergessen, sondern was und wie vergessen wird.

Warnzeichen, die man ernst nehmen sollte:
Häufiges Wiederholen derselben Fragen innerhalb kurzer Zeit
Wiederholtes Versäumen wichtiger Termine
Orientierungsprobleme auf vertrauten Wegen
Zunehmende Schwierigkeiten bei gewohnten Handgriffen (z. B. Kochen, Bedienen von Haushaltsgeräten)
Unbezahlte Rechnungen oder Fehler bei der Medikamenteneinnahme
Deutliche Wortfindungsstörungen
Wesens- und Persönlichkeitsveränderungen

Tipp: Sehr oft sind es die Partner oder Familienangehörigen, denen kleine Veränderungen zuerst auffallen. Ihre Beobachtungen sollten stets ernst genommen und behutsam besprochen werden.

Nicht jede Gedächtnisstörung ist Alzheimer!
Dies ist vielleicht die wichtigste und beruhigendste Botschaft: Hinter Konzentrations- und Gedächtnisproblemen stecken sehr häufig ganz andere, gut behandelbare Ursachen. Dazu zählen:
Mangelerscheinungen (insbesondere Vitamin B12)
Schilddrüsenunterfunktion
Depressive Verstimmungen oder seelische Belastungen
Nächtliche Atemaussetzer (Schlafapnoe)
Neben- oder Wechselwirkungen von Medikamenten
Unentdeckte Seh- oder Hörstörungen (wer schlecht hört, ermüdet geistig schneller)

Schritt 1: Das ausführliche Arztgespräch
Eine gewissenhafte Abklärung beginnt nicht im MRT-Gerät, sondern mit Zuhören. Als Internist und Kardiologe interessieren mich dabei besonders:
Wann traten die Veränderungen erstmals auf?
Welche Begleiterkrankungen liegen vor? (z. B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Vorhofflimmern)
Welche Medikamente werden eingenommen?
Gibt es familiäre Vorbelastungen?

Bereits dieses Gespräch liefert oft die entscheidenden Weichenstellungen.

 

Zum weiterlesen bitten wir Sie im Herzjounal „3. Ausgabe 2026“ nachzuschlagen.

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