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Blutbild von A-Z: Teil 1 A bis E

Die Zusammensetzung des Blutes kann dem Arzt wichtige Hinweise auf vorliegende Erkrankungen liefern, denn viele Krankheitsbilder verändern die Menge der im Blut treibenden Zellen oder der darin gelösten Substanzen. Eine Blutanalyse, ein so genanntes Blutbild, ist ein unersetzliches Hilfsmittel zur Krankheitsdiagnose.

ALBUMINE UND GLOBULINE
Albumine sind Eiweiße (Proteine) mit einer mehr oder weniger „kugelförmigen“ Struktur. 40% des Albumins befinden sich im Blut, 60% außerhalb der Blutgefäße im Gewebe. Im Blut kommen außer den Albuminen auch die so genannten Globuline vor. Globuline sind ebenfalls Eiweiße. 60% der Eiweiße im Blut sind Albumine, 40% Globuline. Albumine werden vor allem in der Leber produziert. Bei einem Leberschaden, z.B. durch eine Leberzirrhose, ist daher die Produktion der Eiweiße verringert. Ist nicht genügend Albumin im Blut, strömt Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in das umliegende Gewebe. Es kommt dann zu Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme, Aszites).

BILIRUBIN
Bilirubin entsteht beim Abbau der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Der Bilirubin-Wert ist daher ein Maß dafür, wie viel rote Blutzellen abgebaut werden und wie gut dieses Abbauprodukt über die Leber ausgeschieden wird. Wenn rote Blutkörperchen abgebaut werden, wird auch der rote Blutfarbstoff Hämoglobin aufgespalten und in den Eiweiß-Bestandteil Globin und den Farbstoff-Anteil „Häm“ zerlegt. Aus dem „Häm“ entsteht über mehrere Zwischenstufen Bilirubin. Bilirubin wird im Blut an das Eiweiß Albumin gekoppelt und zur Leber transportiert. Zu hohe Bilirubin-Werte können auf Hepatitis, Leberzirrhose, Gallenstau, eine Entzündung der Gallengänge hindeuten.

CHOLESTERIN
Cholesterin ist ein wichtiger Bestandteil der Zellmembran und sorgt für deren Stabilität. Es ist außerdem Grundgerüst für die Steroidhormone und für die Gallensäuren. Cholesterin wird zum einen über mit der Nahrung auf genommen, z.B. Eigelb und tierische Fette, zum anderen wird Cholesterin im Körper selbst in der Leber und in der Darmschleimhaut produziert. Im Blut wird Cholesterin an bestimmte Eiweiße (Lipoproteine) gebunden und so im Körper transportiert.

Cholesterin ist an der Entstehung von Gallensteinen beteiligt und spielt eine große Rolle bei einer Arteriosklerose. Zu hohe Cholesterin-Werte können auf Diabetes mellitus, koronare Herzkrankheit, nephrotisches Syndrom, Fettleber, Schilddrüsenunterfunktion hindeuten. Auch nach einer Lebertransplantation können die Werte erhöht sein.

D-DIMERE
D-Dimere sind Spaltprodukte von Fibrin, einem wichtigen Eiweiß zur Blutgerinnung. Wird ein Blutgerinnsel aufgelöst, wird Fibrin gespalten. Die D-Dimere entstehen, wenn im Körper Blutgerinnsel wieder aufgelöst werden. D-Dimere werden bei Verdacht auf eine Lungenembolie oder einer Beinvenenthrombose bestimmt. Sie liefern wichtige Hinweise darauf, ob sich im Körper Blutgerinnsel gebildet haben.

EISEN
Eisen ist ein Spurenelement, das für die Bildung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin benötigt wird. Etwa 70% des Eisens im Körper sind an Hämoglobin gebunden, etwa 12% des Eisens sind an den Muskelfarbstoff (Myoglobin) oder andere Eiweiße gebunden, 18% werden in Form von Ferritin und Hämosiderin gespeichert. Zu niedrige Eisen-Werte können auf eine Eisenmangelanämie, starken Blutverlust, Entzündungen, chronische Erkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis) oder auf Tumore hindeuten. Auch bei Verdauungsstörungen mit verringerter Aufnahme von Eisen können die Werte erniedrigt sein. Frauen haben zudem erhöhten Eisenbedarf in der Schwangerschaft oder wenn sie stillen.

Zu hohe Eisen-Werte können auf eine Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose), Leberschäden, Leberentzündung (Hepatitis), einen Abbau roter Blutkörperchen (Hämolyse) oder auf eine Überdosierung von Eisen-Präparaten hindeuten. Überhöhte Werte können auch bei häufigen Bluttransfusionen auftreten.

 

 

QUELLE:
DR. MED. MBA LL.M. MBP FSCAI
HUBERT WALLNER
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